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Martin Kocher als neuer Arbeitsminister angelobt

11.01.2021

Der VWL-Professor und bisherige IHS-Leiter Martin Kocher ersetzt mit 11. Jänner 2021 die zurückgetretene Arbeitsministerin Christine Aschbacher (ÖVP). Mit Kocher wurde ein unabhängiger Experte in die Bundesregierung berufen.

Der aus dem Salzburger Pongau stammende Martin Kocher lehrt seit Oktober 2017 an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften als Professor für Verhaltensökonomik mit Anwendungen in der Wirtschaftspolitik Österreichs und ist am ebenfalls an der Fakultät beheimateten Vienna Center for Experimental Economics tätig. Ein knappes Jahr zuvor hatte der leidenschaftliche Marathonläufer bereits die Leitung des Instituts für Höhere Studien übernommen. Seit Juni 2020 ist er zudem auch Präsident des Fiskalrats.

Angelobt wurde Kocher von jemandem, dem die Fakultät ebenfalls nicht fremd ist: Bundespräsident Alexander Van der Bellen war bis zu seiner Tätigkeit als Klubobmann selbst Professor für Volkswirtschaft und von 1990 bis 1994 auch Dekan der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften.

Der von der ÖVP nominierte Kocher ist parteilos und gilt als bei allen Parteien und den Sozialpartnern hoch angesehener Experte. Mit einer 100-tägigen Schonfrist rechnet er nicht: „Einarbeitungszeit wird es keine geben, es ist jetzt wichtig, Verantwortung zu übernehmen“, sagte Kocher noch am Sonntagnachmittag, wenige Stunden nach seiner Zusage. Er übernimmt das aufgrund der Coronakrise besonders herausfordernde Arbeitsressort und soll Österreich aus der tiefsten Wirtschaftskrise seit dem Zweiten Weltkrieg helfen. Laut seiner Prognose werde die Arbeitslosigkeit anhalten und noch 2024 über dem Niveau von 2019 sein. Kochers Ziel sei, rascher auf den Wachstumspfad zurückzukehren und den Wirtschaftsstandort Österreich zu stärken.

Mit Kocher konnte nur binnen eines Tages ein Nachfolger für die wegen Plagiatsvorwürfen zurückgetretene Christine Aschbacher (ÖVP) gefunden werden. Mit der Nachfolge wird auch das Portefeuille angepasst. Kocher wird sich zur Gänze auf den Arbeitsmarkt konzentrieren können. Die Familien- und Jugendagenden übernimmt nun Susanne Raab (ÖVP). Für Kocher ergeben sich dadurch drei Aufgabenfelder: Die Abfederung der Folgen der Pandemie, die Beschäftigung für die nächsten Jahre sowie die langfristige Entwicklung der Arbeitsgestaltung.

Kocher ist aktuell bereits der zweite Professor der Universität Wien, der auch ein Ministeramt bekleidet. Schon seit der vorigen Legislaturperiode ist Heinz Faßmann, der davor Vizerektor für Forschung war, Mitglied der Bundesregierung.

Die Fakultät gratuliert Martin Kocher sehr herzlich und wünscht viel Erfolg für die neue Aufgabe!

Martin Kocher wurde als Arbeitsminister angelobt. Foto: BKA/Dragan Tatic