2023 - Bernhard Ebbinghaus

 

 

Professur für Soziologie – Makrosoziologie

 

Universität Mannheim

Fakultät für Sozial­wissenschaften

 

ebbinghaus.blog

Prof. Dr. Bernhard Ebbinghaus leitet seit Januar 2022 wieder den Lehr­stuhl Makrosoziologie an der Universität Mannheim. Er war vier Jahre lang, von 2017 bis 2021 Professor für Sozialpolitik an der University of Oxford und u.a. Leiter des Department of Social Policy and Intervention und Senior Research Fellow, Green Templeton College, Oxford.

Von November 2021 bis Februar 2023 war Prof. Dr. Ebbinghaus Mitglied der European Commission’s High-Level Group on the future of social protection and of the welfare state in the EU.

Prof. Dr. Ebbinghaus promovierte (PhD in social and political sciences) am European University Institute (EUI, 1993), danach habilitierte (2003) er in Soziologie an der Universität zu Köln. Er ist Diplom-Soziologe (Uni Mannheim 1988).

Er war Leiter des Arbeits­bereichs A (2005–2008, 2015) und  Direktor (2008–2011) des Mannheimer Zentrums für Europäische Sozialforschung (MZES), wo er zahlreiche Forschungs­projekte leitete. Von 2010 bis 2023 war er Co-PI des Projekts “Welfare States Reform from Below” (A6) am Sonderforschungs­bereich Political Economy of Reform.

Von 2006 bis 2009 war er Akademischer Direktor des Center for Doctoral Studies in Social & Behavioral Sciences (CDSS) an der Graduate School of Economic and Social Sciences (GESS). In der letzten Jahren war er Gastprofessor an der University of Luxembourg (2013–2016), Mercator Fellow (2018–21) am SFB 884 der Universität Mannheim, OxPo Visiting Professor am CES, Sciences Po, Paris (9/2021) und Karl-Polanyi-Gastprofessor an der Universität Wien (1/2023).

12. 01. 2023, 19:00 Uhr: Public Lecture

Die Resilienz des Sozialstaates
als Gegenbewegung in Europas Wirtschaftskrisen

Die Public Lecture befasst sich mit der Beschäftigungspolitik in den zwei großen Wirtschaftskrisen des beginnenden 21. Jahrhunderts: die dem Zusammenbruch des globalen Finanzmarktes um 2008 folgende „Große Rezession“ und die kumulierte Gesundheits- und Wirtschaftskrise während der Covid-19-Pandemie seit Anfang 2020. Beide Krisen können als Labore für sowohl kurzfristige als auch dauerhafte Veränderungen in Europa betrachtet werden. Entsprechend der These der Doppelbewegung von Karl Polanyi stellt die Krisenpolitik des Sozialstaates eine Gegenbewegung zu den Unwägbarkeiten der Marktkräfte dar. Im Vergleich der Europäischen Sozialstaaten zeigt die Analyse, wie die Sozial- und Beschäftigungspolitik die Resilienz von Gesellschaften stärken konnte, indem die Abfederungs- und Anpassungskapazität im Verlauf der Krise erweitert wurde. Auch die Rolle der Sozialpartner bei der Krisenbewältigung wird beleuchtet. Die empirische Analyse konzentriert sich auf Politiken zur Erhaltung von Arbeitsplätzen und andere Strategien zur Stabilisierung der Einkommen und zur Senkung der Arbeitslosigkeit während einer Krise.