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Beitrag: Univ.-Prof. Cuñat über Auswirkungen freieren Handels

**English version below**


 

Von Univ.-Prof. Alejandro Cuñat
Professor für Volkswirtschaftslehre

Die unterschätzten Auswirkungen freieren Handels

In den letzten drei Jahrzehnten haben viele Länder ihre Außenhandelspolitik wesentlich liberalisiert. Die Hoffnung hinter dieser Entwicklung ist selbstverständlich, dass freier Handel wirtschaftliche Vorteile mit sich bringt. Empirische Befunde zeigen, dass das der Fall ist. Z. B.: hat die Außenhandelsliberalisierung zwischen Kanada und den Vereinigten Staaten von 1989 ein hohes Wachstum der Produktivität der kanadischen Industrie verursacht.

Natürlich wäre es hilfreich, nicht nur die Auswirkungen von schon stattgefundenen Außenhandelspakten zu schätzen, sondern auch die möglichen Effekte zukünftiger Liberalisierungen vorherzusagen. In dem Sinne sind traditionelle Außenhandelsmodelle nicht besonders erfolgreich gewesen. Eine neue Generation von Modellen wurde deswegen in letzter Zeit entwickelt. Sie basieren auf der einflussreichen Theorie von Melitz (2003), und führen die Auswirkungen von freiem Handel auf Exporte, Importe und Produktivität durch das sogenannte "extensive margin" ein (d.h. durch den Handel von mehreren Firmen und mehreren Produkten).

Breinlich und Cuñat (2016) überprüfen, in welchem Maße diese neuen Modellen Vorhersagen über die Auswirkungen von Handelsliberalisierungen leisten können. Laut ihren Ergebnissen sollten diese Modelle auch das Produktivitätswachstum individueller Firmen betrachten. Sonst wird man die Auswirkungen freieren Handels auf ihre nationale Produktivität dramatisch unterschätzen und Außenhandelsinitiativen außer Acht lassen, welche einen höheren Wohlstand mit sich bringen könnten.

Tatsächlich gibt es mehrere empirische Befunde in der Wirtschaftsliteratur die besagen, dass die Produktivität individueller Firmen nach Handelsliberalisierungen (auch im Falle CUSFTAs) wesentlich gestiegen ist.


By Alejandro Cuñat
Professor of Economics

The underestimated effects of freer trade

Over the past three decades, many countries have undertaken substantial efforts to reduce barriers to trade. The hope behind this development is of course that freer trade will be economically beneficial for trading nations. The empirical evidence has shown that this is indeed the case. For example, the Canada-US Free Trade Agreement (CUSFTA) of January 1989 led to dramatic increases in productivity for Canadian manufacturing.

While knowing with hindsight that a particular trade liberalization has been beneficial for a country is useful, we would ideally be able to make predictions about future trade liberalizations as well. However, the poor forecasting performance of traditional trade models in this respect is far from encouraging. In this regard, a newer generation of trade models based on the seminal contribution of Melitz (2003) has recently been developed to address these shortcomings. They introduce the effects of trade on aggregate productivity along the so-called extensive margin (i.e., trade increases due to more firms trading or due to firms trading more products).

Breinlich and Cuñat (2016) study to what extent these new models can replicate the observed increases in productivity, and would thus be potentially useful for forecasting purposes. Overall, our results suggest that if we want to use these models for the purpose of forecasting the effects of trade liberalization, we need to allow for within-firm productivity increases. Otherwise, we will tend to dramatically underestimate the effect of free trade on productivity and this might consequently lead us to abandon promising free-trade initiatives. Indeed, there is evidence suggesting that within-firm productivity effects were actually very important in the case of CUSFTA and several other liberalization episodes.