Wissenswertes

Geschichte

Die Verankerung der Wirtschaftswissenschaften an der Universität Wien geht auf die Zeit von Maria Theresia zurück, die im Jahre 1763 an der damaligen Fakultät für Rechtswissenschaften erstmals eine Professur für "Kameralwissenschaften", d.h. für wirtschaftliche Verwaltung, einrichten ließ.

Nach 1870 wurde die Universität Wien eines der Zentren für die Entwicklung der Grundlagen der neuen Theorie zur Analyse von Wirtschaft und Gesellschaft. Carl Menger, Eugen Böhm-Bawerk, der spätere Nobelpreisträger Friedrich A. Hayek, und Oskar Morgenstern lehrten an der Fakultät. Joseph Schumpeter wurde habilitiert. Internationale Kontakte waren eine Selbstverständlichkeit.

Auf Grund der schlechten wirtschaftlichen Lage, der Ablehnung aller liberalen Vorstellungen und wegen des immer stärker werdenden Antisemitismus kam es zu einer fast vollständigen Auswanderung der international angesehenen Ökonomen nach Großbritannien und den USA. Sie wurden dort Professoren in den besten Universitäten. Die internationalen Kontakte gingen verloren und damit die Anbindung an moderne Theorie. Erst in den 70er Jahren begann eine Öffnung zu den internationalen Diskussionen.

In der Universitätsreform 1975 wurden die Wirtschafts- und Sozialwissenschaften aus den Rechts- und Staatswissenschaften herausgenommen und in einer eigenen Fakultät organisiert mit den Studien Volkswirtschaft, Soziologie und Statistik. Später kamen die Studien der Wirtschaftsinformatik und schließlich die Betriebswirtschaftslehre dazu.

Die Studien der Soziologie und der Wirtschaftsinformation werden seit der letzten Reform der Universitäten im Jahr 2003 in eigenen Fakultäten durchgeführt. Unsere Fakultät heißt seither Fakultät für Wirtschaftswissenschaften. Auf den drei Ebenen der Bologna-Struktur kann Betriebswirtschaft Volkswirtschaft, und Statistik studiert werden.

Im Jahr 2013 übersiedelten die Institute der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften von der Brünner Straße, der Hohenstaufengasse und der Universitätsstraße in ein Gebäude an der Roßauer Lände, das sie sich seitdem mit der Fakultät für Mathematik teilt.
Zu diesem Anlass wurde der Platz vor dem Gebäude mit einem eigenen Namen versehen: Oskar-Morgenstern-Platz.
Heute ist die Fakultät eine der führenden Institutionen ihrer Art im deutschsprachigen Raum.