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Forschungsausrichtung

Die Forschung an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften orientiert sich an internationalen Standards (Ergebnisse werden dementsprechend in führenden internationalen Zeitschriften veröffentlicht) und zeichnet sich dabei insbesondere durch ihre analytisch-quantitative Ausrichtung aus.

Während eine solche Ausrichtung für die Bereiche Statistik und Decision Support sowie Volkswirtschaftslehre international üblich ist, bildet sie für betriebswirtschaftliche Ausbildungsstätten - jedenfalls im deutschsprachigen Raum - eine Besonderheit, die wesentlich zur Profilierung der Fakultät beigetragen hat. Insbesondere ergeben sich dadurch Verknüpfungen zwischen der analytischen ausgerichteten Forschung in der Betriebswirtschaftslehre und Forschungsaktivitäten im Bereich Statistik und Decision Support Systems. Entsprechendes gilt für die Anwendung ökonometrischer Methoden und der Optimierung in der Finanzwirtschaft und der Volkswirtschaft oder den Einsatz von Methoden des Operations Research (z.B. kombinatorische Optimierung in der Forschung zu Produktion und Logistik). Dieser analytisch-quantitative Zugang, der methodischen Aspekten einen großen Stellenwert beimisst, stellt ein international positiv wahrgenommenes Charakteristikum dar - insbesondere im Vergleich mit wirtschaftswissenschaftlichen Fachbereichen, denen das Konzept einer Business School zugrunde liegt.

 

Forschungsschwerpunkte

(gemäß Entwicklungsplan der Universität Wien 2015)

Aufgrund der Größe und Heterogenität der Fakultät sowie der Betonung methodischer Aspekte in ihren Forschungsaktivitäten haben sich mehrere Forschungsschwerpunkte herausgebildet, zwischen denen es zum Teil deutliche Überlappungen gibt. Zur besseren Übersicht wird in der folgenden Darstellung zwischen methodischen und inhaltlichen Forschungsschwerpunkten unterschieden.

methodische Forschungsschwerpunkte       inhaltliche Forschungsschwerpunkte
* Computational and Stochastic Optimization* Anreizmechanismen
* Empirische Analyse makroökonomischer Daten* Arbeitsmärkte
* Entscheidung bei Unsicherheit und
   Risikomanagement
* Finanzmärkte, Finanzinstitutionen und
   Corporate Finance
* Experimentelle Wirtschaftsforschung* Industrieökonomie
* Inferenzstatistik und
   Modellselektion
* KonsumentInnenverhalten
* Spieltheorie* Logistics and Operations Management

 

 

Ausführlichere Darstellung der einzelnen methodischen und inhaltlichen Forschungsschwerpunkte:

Computational and Stochastic Optimization

In diesem Schwerpunkt werden sowohl exakte als auch heuristische Verfahren zur Lösung großer (meist kombinatorischer und/oder stochastischer) Optimierungsprobleme entwickelt bzw. untersucht. Dies reicht von der Entwicklung vollkommen neuer Lösungsverfahren über die theoretische Analyse der Eigenschaften unterschiedlicher Algorithmen bis hin zu konkreten Anwendungen. Es gibt starke Überlappungen mit den Schwerpunkten Entscheidung bei Unsicherheit und Risikomanagement, Finanzmärkte, Finanzinstitutionen und Corporate Finance und Logistics and Operations Management.

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Empirische Analyse makroökonomischer Daten

Die Analyse makroökonomischer Aggregate ist von Bedeutung an der Schnittstelle von akademischer Forschung und wirtschaftspolitischen Handlungsanweisungen. Das weltweit verfügbare Datenmaterial in Form von Zeitreihen und Panels erlaubt Schlüsse über kausale Querbeziehungen, dynamische Strukturen, Zyklen und Vorhersagefähigkeit. Die Fakultät besitzt Expertise in Prognosemethoden und Zeitreihenanalyse sowohl in angewandter Ökonometrie als auch in der Entwicklung ökonometrischer Verfahren und in der Methodenevaluation. Es bestehen Überlappungen mit dem Schwerpunkt Inferenzstatistik und Modellselektion wie auch mit Finanzmärkte, Finanzinstitutionen und Corporate Finance, da makroökonomische Daten und Finanzmarktdaten oft analoge statistische Methoden erfordern.

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Entscheidung bei Unsicherheit und Risikomanagement

In diesem Schwerpunkt werden einerseits Fragen zur Entscheidungsfindung (wie z.B. Anlage- und Finanzierungsentscheidungen) durch informationstheoretische Ansätze untersucht. Andererseits werden methodische Ansätze zu Modellierung, Messung und Management von Risiko entwickelt. Diese finden in diversen Bereichen (z.B. Versicherungen, Finance, Energiemärkte, Transport- und Logistikmanagement, etc.) Anwendung. Es gibt Überlappungen mit dem methodischen Schwerpunkt Computational and Stochastic Optimization sowie mit inhaltlichen Schwerpunkten, wie etwa Finanzmärkte, Finanzinstitutionen und Corporate Finance.

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Experimentelle Wirtschaftsforschung

Dieser Schwerpunkt umfasst die Durchführung und Analyse von Laborexperimenten ebenso wie die von Feldexperimenten bzw. Internet-basierten Experimenten. Derzeit werden vorwiegend Experimente mit volkswirtschaftlichem oder betriebswirtschaftlichem Hintergrund durchgeführt, für die Zukunft sind jedoch auch experimentelle Untersuchungen von finanzwirtschaftlichen und wirtschaftssoziologischen Fragestellungen geplant, sodass es zu Überlappungen mit nahezu allen inhaltlichen Forschungsschwerpunkten kommen wird. Mit dem neu errichteten Vienna Center for Experimental Economics steht ein modernes wirtschaftswissenschaftliches Experimentallabor zur Verfügung.

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Inferenzstatistik und Modellselektion

Im Rahmen dieses Schwerpunkts werden die statistischen Eigenschaften von Modellselektionsprozeduren und verwandten Regularisierungsverfahren, wie etwa pönalisierte Maximum-Likelihood-Methoden oder Stein-Schätzer, untersucht. Ein Fokus dieser Untersuchungen betrifft die Frage, wie exakte als auch asymptotisch valide statistische Inferenz nach Modellselektion durchgeführt werden soll. Ein zweiter Fokus ist auf Inferenz in Zeitreihenmodellen gerichtet, wodurch sich eine Querverbindung zum Schwerpunkt Empirische Analyse makroökonomischer Daten ergibt.

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Spieltheorie

Spieltheorie ist das wichtigste Werkzeug zur Modellierung und Analyse strategischer Interaktionen zwischen Wirtschaftssubjekten und nimmt daher in der Betriebswirtschaftslehre und in der Volkswirtschaftslehre eine zentrale Stellung ein. Auch in der Finanzwirtschaftslehre werden in zunehmendem Maße spieltheoretische Ansätze verwendet. Die Fakultät besitzt große Expertise in der methodischen Weiterentwicklung der Spieltheorie, aber auch in ihren Anwendungen. Es werden einerseits Fragestellungen aus der klassischen Spieltheorie untersucht, andererseits aber auch alternative Ansätze verfolgt (z.B. evolutionäre Spieltheorie, Differentialspiele, spieltheoretische Experimente). Es bestehen Überlappungen mit mehreren inhaltlichen Schwerpunkten.

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Anreizmechanismen

Der Schwerpunkt untersucht zum einen ökonomische Modelle der effizienten Anreizsetzung sowie der Performancemessung unter Annahmen asymmetrischer Information und/oder imperfekter Durchsetzbarkeit von Verträgen. Dabei werden sowohl Entscheidungssituationen in hierarchischen Principal-Agent-Beziehungen als auch zwischen gleichberechtigten AkteurInnen, z.B. in Netzwerkorganisationen oder bei Verhandlungen, betrachtet. Zum anderen werden die möglichen Erweiterungen solcher Modelle analysiert, die sich aus der Berücksichtigung verhaltenswissenschaftlich begründeter Präferenzstrukturen ergeben, die nicht den üblichen ökonomischen Rationalitätskriterien entsprechen. Der Schwerpunkt verbindet ökonomisch-theoretische Modellbildung mit experimenteller Forschung und mikroökonometrischer Datenanalyse.

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Arbeitsmärkte

In diesem Schwerpunkt werden empirisch und modelltheoretisch Fragen zum Geschehen auf den Arbeitsmärkten behandelt. Einerseits geht es dabei um makroökonomische Aspekte wie z.B. die Aggregationsprobleme in heterogenen Arbeitsmärkten, andererseits werden auch mikroökonomische Aspekte behandelt, wie etwa die Untersuchung von Anreizsystemen auf die Arbeitsproduktivität oder die Arbeitsangebotsentscheidungen in Mehrpersonenhaushalten. Schließlich werden auch noch die Interaktionen zwischen Arbeits- und Finanzmärkten analysiert. Dieser Forschungsschwerpunkt hat deutliche Berührungspunkte mit Finanzmärkte, Finanzinstitutionen und Corporate Finance sowie mit Anreizmechanismen.

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Finanzmärkte, Finanzinstitutionen und Corporate Finance

Dieser Schwerpunkt beschäftigt sich unter anderem mit der Erklärung der einzelnen Finanzierungsinstrumente sowie deren Preisbildung und mit der marktmäßigen Aggregation von Information. Corporate Finance behandelt die spezifischen Kontraktformen der Finanzierungsinstrumente und den Einfluss des regulatorischen Rahmensystems auf Investition und Finanzierung. Die verwendeten Methoden umfassen unter anderem informationstheoretische und spieltheoretische Ansätze, mathematische Modelle zur Bewertung von Derivativen und Kreditrisiken sowie Methoden zur Analyse finanzwirtschaftlicher Zeitreihen. Dieser Schwerpunkt hat Berührungspunkte mit allen methodischen Schwerpunkten sowie mit dem inhaltlichen Schwerpunkt Industrieökonomie.

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Industrieökonomie

Dieser Schwerpunkt untersucht unter anderem Fragen zur Regulierung, Marktsegmentierung und Preisdifferenzierung. Diese Fragen werden vorwiegend mithilfe theoretischer Modellierungen und Analysen behandelt, aber auch empirische oder experimentelle Studien werden durchgeführt. Es gibt deutliche Überlappung mit den methodischen Forschungsschwerpunkten Spieltheorie und Experimentelle Wirtschaftsforschung, aber auch mit dem inhaltlichen Schwerpunkt Finanzmärkte, Finanzinstitutionen und Corporate Finance.

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KonsumentInnenverhalten

In diesem Schwerpunkt soll zu einem umfassenden Verständnis des Verhaltens von VerbraucherInnen beigetragen werden, welches für die Entwicklung erfolgreicher Marketingstrategien unumgänglich ist. Besonderes Augenmerk wird dabei auf das physische Umfeld der KonsumentInnen, ihr soziales Umfeld und die Wahrnehmung von Country-of-Origin-Effekten durch den/die KäuferIn gerichtet. Vom methodischen Blickwinkel aus betrachtet werden hier vorwiegend Strukturgleichungsmodelle, ökonometrisch-statistische Methoden und Methoden zur integrierten Analyse quantitativer und qualitativer Daten eingesetzt.

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Logistics and Operations Management

Die Forschungsaktivitäten in diesem Schwerpunkt konzentrieren sich auf Transportoptimierung, operative Produktionsplanung (Losgrößenplanung, Reihenfolgeplanung), Bestandsoptimierung und die Gestaltung globaler Wertschöpfungsnetzwerke unter Unsicherheit. Vom methodischen Blickwinkel aus betrachtet liegt das Hauptaugenmerk in diesem Forschungsschwerpunkt auf der Entwicklung und Analyse metaheuristischer Lösungsverfahren sowie auf stochastischer dynamischer Optimierung. Daraus ergibt sich eine starke Überlappung mit dem Forschungsschwerpunkt Computational and Stochastic Optimization.

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